Donnerstag, 25. Oktober 2007

Erinnerungen – so weit meine Füße mich tragen, oder auch nicht.....

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Es war im August 1996.
Ich liege in meinem Schlafsack, werde gerade munter und denke mir, eigentlich müsste es um diese Uhrzeit schon hell sein. Aber es ist stockdunkel und ganz eigenartig leise. Dann kommt mir ein leiser Verdacht, ich klopfe vorsichtig gegen die Zeltwand.
Ich hab Recht, es hat in der Nacht geschneit, Schnee bedeckt das Zelt. Ja, es hat sich ausgezahlt mir einen guten Schlafsack zu kaufen, denn nur in Unterwäsche ist mir trotzdem warm.

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Aber irgendwann muß ich aufstehen.
Schön langsam kriechen auch die anderen etwas verdattert aus ihren Zelten. Zwei Tage zuvor sind wir noch bei blühenden Rapsfeldern vorbeimarschiert.
Hier ist alles anders, in diesem Teil der Welt.

Wir befinden uns in Tibet, auf ca 5000m Höhe auf Trekkingtour zum Basislager des Mount Everest.
Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die sich vorher nicht kannte. Aber wenn man so eine Reise bucht, dann hat man ungefähr die gleichen Interessen und Vorstellungen und in der Gruppe läuft alles gut.

Der Schnee bleibt nicht lange liegen, noch am Vormittag schmilzt alles wieder weg. Für einen Abend, einen Tag und einen Morgen haben wir unser Lager mit Blick auf den Everest aufgeschlagen. Das Wetter bessert sich zwar, aber ein paar Wolken geben die Sicht auf den höchsten Berg der Welt einfach nicht ganz frei.
Die Tibeter nennen ihn Chomolungma-Göttinmutter

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Es ist das einzige Lager auf der Tour das wir für zwei Nächte aufschlagen.
Der Grossteil der Gruppe wandert an diesem "freien" Tag zum Basislager. Ich wäre auch gerne mitgegangen, entscheide mich dann aber mit ein paar anderen bei unseren Zelten zu bleiben und nutze die Gelegenheit mich zu erholen. Denn irgendwann im Laufe unserer Reise macht die Höhe jedem von uns zu schaffen.
Man kann Kondition trainieren, Kraft und Ausdauer trainieren, aber wie der Körper auf 5000m Höhe reagiert kann man nur vor Ort testen. Diese Tour hat nichts mit Bergsteigen zu tun, es ist eine "Wandertour" - allerdings in dieser Höhe merkt man schon jede kleinste Steigung.
Und Zeltaufbauen wird zu einem Kraftakt - jedesmal bücken und wieder aufstehen muß man Luft holen.

Von den anderen erfahre ich dann, das es nicht viel zu sehen gab, außer ein paar (Müll)Resten von Expeditionen. Die Besteigungen finden normalerweise im Frühjahr statt.

Wir marschieren wieder weiter. Durch einen kleinen Bach, nichts besonderes. Ich rutsche kurz aus, kippe mit einem Fuß ein wenig um, aber kein Problem, wir gehen weiter.

Nach 2 Stunden eine kurze Pause, ich setz mich hin, hab schon ganz vergessen was vorher passiert ist.
Aufstehen kann ich nicht mehr. Der Knöchel tut höllisch weh. Schuh ausziehen, sofort in den eiskalten Bach kühlen, aber es ist zu spät. Der Knöchel ist schon ganz dick angeschwollen, die Bänder sind gezerrt.

Wir haben neben den Yaks, die unsere Zelte und Gepäck tragen, auch ein Pferd mit.
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Eigentlich gedacht für diejenigen, denen zwischendurch mal die Puste ausgeht, ein Stückerl reiten und dabei ausrasten. Tja, jetzt nehme ich die kleine Stute ganz für mich in Anspruch, ich kann keinen Schritt mehr gehen und reite die restliche Tage der Trekkingtour. Mein Hintern ist zwar was anderes gewöhnt, aber in dieser Situation bin ich sogar für diesen Sattel dankbar, auch wenn ich nach 8 Stunden am Tag nicht mehr sitzen kann. Stehen kann ich allerdings auch nicht.

Fohlen
Das Fohlen, welches die Stute "bei Fuß" hat fand ich ja in den ersten Tagen noch süß. Jetzt allerdings ..... jedes Mal wenn es zurückbleibt und die Stute es ruft saust es an ihre Seite. Wenn ich Glück habe auf die Seite mit meinem gesunden Bein, wenn ich Pech habe auf die andere Seite........

Am Abend werden die Schmerzen ganz schlimm.
GsD haben wir Michael dabei, der Arzt ist. Er hat eine gute Notfallapotheke mit. (Das war bis jetzt das erste und einzige Mal dass ich Morphium genommen hab, aber ich hätts nicht mehr anders ausgehalten).

Alle helfen mir, ich kann weder Zelt aufbauen, nicht einmal alleine aufs Pferd komm ich. Und hinhockerl zum Pinkeln geht auch schlecht auf einem Bein.
Super, jetzt beginnt auch noch mein Magen zu streiken. In der Nacht schaff ich es grade noch den Kopf aus dem Zelt strecken zum ****.

Nach insgesamt 9 Tagen weg von der Zivilisation erreicht unsere "Karawane" wieder einen Ort mit "Hotel" *gggg*

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Ich weiß warum ich gern im Zelt schlafe.


In der Zeit vor dieser Reise hatte sich bei mir immer stärker das Gefühl ausgebreitet, ich muß in meinem Leben etwas ändern. Es gribbelte in mir, ich musste etwas tun, aber ich wusste nicht was.
Ich weiß nicht mehr in welcher Nacht auf dieser Tour es war (ob vor oder nach meinem Fehltritt), aber eines morgens bin aufgewacht und wusste was ich zu tun hatte. Keine Ahnung ob ich es geträumt habe oder nicht, aber der Gedanke war ganz klar und eindeutig, ich war mir sicher, das ist es. Warum bin ich da nicht früher draufgekommen?
Zuhause hab ich es dann auch in die Tat umgesetzt und bis heute nicht bereut – Gudrun, kauf dir ein Pferd.

Mein Missgeschick passierte nicht wegen schlechter Ausrüstung. Es waren gute Wanderschuhe die ich anhatte. Sie haben bis vor kurzem gehalten.
Heuer, am Flughafen in Dublin, als wir zum Flieger gingen, merkte ich, oje jetzt ist es vorbei. Der Absatz begann sich aufzulösen.
Gestern wollte ich sie wegschmeißen, hab`s aber nicht geschafft.....Sie haben mich an so viele schöne Plätze dieser Welt getragen, in den Grand Canyon hinunter und wieder hinauf, im Schneefeld und über Gletscher Alaskas, über Almwiesen in Österreich, auf die Rax und Schneeberg nur eine Stunde von Wien entfernt.....mich mit der Erde verbunden, meine verschwitzten, stinkenden Socken ertragen *gggggggggggg*



Jaja, ich weiß, Gudrun hör auf zu schwafeln, schau lieber, dass die letzten beiden Irland-Teile fertig werden.


Noch ein paar mehr Bilder, bzw auch diese in groß findet ihr hier unter FOTOS

Zwei Bücher, über die ich heute was schreiben möchte. Buch Nr1:

Bin erst letzten Freitag draufgekommen, dass das neue Buch von Paulo Coelho schon vor einem Monat erschienen ist. Mußte ich mir natürlich sofort kaufen und am WE lesen, oder besser gesagt verschlingen. Viel zu schnell, aber da bin ich leider immer zu ungeduldig und kann nicht aufhören bis ich bei der letzten Seite angekommen bin. Aber ich freu mich jetzt schon auf das zweite mal lesen, und dann langsam. Ich bin mir nämlich sicher dass mir einiges entgangen ist, bzw ich über einiges einfach „drübergelesen“ hab.

Hexe

Früher wurden die Hexen verfolgt, im Moment hab ich aber das Gefühl, dass die Hexen mich verfolgen.
Irgendwie stolper ich in letzter Zeit immer wieder über welche. Gestern schon wieder, im Kino „die Vorahnung“ – mit Sandra Bullock. Bei der Frau würd`s mich wirklich interessieren wie sie privat ist. Die mag ich einfach.

Buch Nr 2:

Pferdenamen1

Klingt jetzt auf den ersten Blick nicht so aufregend, ist es für viele wahrscheinlich auch nicht. Für mich schon. Es ist nämlich ein Foto von meinem Andiamo drinnen*ggg*

Das Foto ---->>hab ich hier schon einmal in meinen Blog gestellt und das Buch sind von Sibylle.

Dachte mir zuerst auch, na ja, kein so spannendes Thema, aber dann, beim hineinschmöckern...
Was einzelne Namen bedeuten, woher sie kommen, wie Pferde zu ihrem „offiziellen“ – in den Papieren eingetragenen Namen – kommen, welche Namen man eher vermeiden sollte (wusste der Autokonzern Mitsubishi was „Pajero“ eigentlich bedeutet als er diesen Namen vergeben hat? – in Spanien heißt dieses Auto aufjedenfall anders *gggg*), den Namen ändern – umtaufen, und was die selbst gewählten Pferdenamen über den Namensgeber aussagen, .....doch interessant.

Namen aus der Mythologie, aus Filmen, Romanfiguren .......
Jaja, warum hat stone seine Hündin bloß Dakota getauft?
Und warum gibt´s so viele Pferde die nach alkoholischen Getränken getauft sind? Bin selber schon einen Calvados und einen Bacardi geritten. Diese Frage bleibt auch im Buch offen....

Ich muß gestehen, ich bin nicht wirklich kreativ, wenn ich mir das so durchlese.

Andiamo ist sein offizieller Name. Vielleicht auch nicht ganz so glücklich gewählt, aber wer weiß wie er sich als kleines? Fohlen benommen hat. Vielleicht hat`s damals genau zu ihm gepasst. Die deutsche Übersetzung heißt "gehen wir", oder "laßt uns gehen". Er würd lieber stehenbleiben und fressen *gg*
Für mich ist es meistens so, dass, wenn ich jemanden oder ein Tier unter einem Namen kennegelernt hab, er/sie/es bei mir immer so heißen wird.
Der Junior wird auch immer so heißen, egal wie alt er wird. Das mit dem Umtaufen, naja, so hin und wieder gibt’s wirklich schreckliche Namen......

Der Andiamo wird der Andiamo bleiben, auch wenn ich ihn nicht immer so nenne (ist nicht so wirklich als „Rufname“ geeignet finde ich), sondern Bursche, Großer, Dicker, Freundchen, was mir gerade so einfällt.

Den 5 kleinen Kätzchen hab ich damals absichtlich keinen Namen gegeben, mir ist der Abschied so und so schon schwer gefallen. Nur die kleine Niki hat ihren Namen bekommen, als fix war das ich sie behalte – ich hab sie am 6. Dez. zur Manuela in den Stall gebracht.

Bei Tiernamen kann man sich wirklich austoben, denn den Tieren selber ist es egal wie sie heißen.

Anders beim Menschen.
Geburtsname, Spitzname, Künstlernamen, Nick den man sich selber gibt in Foren zB usw.

Meine Eltern hab damals sowohl bei mir als auch beim Bernhard nach Namen gesucht, die man nicht abkürzen kann. Womit sie aber wahrscheinlich nicht gerechnet haben, ist, dass mein Bruder von manchen "Shorti" genannt wird, und das bei seiner Größe *gggg*

Gudrun (aus dem Althochdeutschen "gund"=Kampf und "runa"=Geheimnis, in der nordischen Mythologie ist Gudrun die Frau von Sigurd)– muß sie direkt mal fragen ob sie sich auch über den Ursprung und die Bedeutung Gedanken gemacht haben, oder ob ihnen der Name ganz einfach nur gefallen hat.

Ich bin noch nie vor der Entscheidung gestanden, hab also keine Ahnung was ich wirklich machen würde, wenn ich heiraten würde. Meinen Namen aufgeben? Plötzlich anders zu heißen? Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, mein Name gehört zu mir. Heutzutage gibt es ja für frau GsD die Möglichkeit den eigenen Namen zu behalten.
Gründe seinen Namen ändern zu wollen? Hmm, wer bin ich?

Hm, je mehr ich darüber schreibe desto mehr fällt mir dazu ein. Auch das Gegenteil - namenlos. Es spielt ein ganz große Rolle, ob in den Medien ein einzelner Name genannt wird oder nicht. Die Wirkung ist gleich ganz anders.
Man könnte kann ganze Bücher darüber schreiben *ggggg*

Ups, da fällt mir ein, ich hab meinem Blog ja noch gar keinen Namen bzw Bezeichnung gegeben. Peinlich, peinlich, wie gesagt, bin nicht sehr kreativ.

Danke Sibylle für das Buch.
Und Danke für das Kompliment beim reiten "der Andiamo fühlt sich locker und weich an". Das freut mich total, bin ich auf dem richtigen Weg was meine Reitweise betrifft.

PS: Ich hab gestern Nachmittag diesen Beitrag geschrieben, mich dann ins Auto gesetzt, losgefahren und für ganze 15 Minuten Radio gehört, und was bringen sie? -einen Witz über Nachnamen.

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Kommentare

Glühmet:
Met = Honigwein Glühmet = Met mit Glühweingewürz...
capra ibex - 25. Nov, 22:14
Ich liebe Maroni - und...
Ich liebe Maroni - und Wein *g* Aber was bitte ist...
libris (Gast) - 25. Nov, 19:48
den Lichteinfall ....
.... hab ich extra bestellt, für 15 Uhr 30 ;-)))...
capra ibex - 24. Nov, 20:01
stimmungsvolle bilder...
... vor allem das zweite mit der donau und dem besonderen...
Elisabetta1 - 24. Nov, 00:51
Kamel und Araberin
du hast Humor :-))) (kleine Info am Rande für...
capra ibex - 23. Nov, 20:32
Wer sagt denn,
dass es ihre Idee war, bzw das sie auf dieses Ziel...
capra ibex - 23. Nov, 20:25
Liebe Steinböckin...
... wie recht du doch hast punkto Menschen! Und wie...
Kotopulo - 21. Nov, 07:41
Kamel
Naja, das vorletzte Bild (mit dem Kamel und der Araberin)...
Treibgut - 21. Nov, 01:19
Päpstin
Du brauchst auch nicht glauben, was alles irgendwo...
Treibgut - 21. Nov, 01:05
ja, manche Pferde kommen...
ja, manche Pferde kommen einfach nie aus dem Flegelalter...
capra ibex - 20. Nov, 19:25
Aktualisierte Abos?
Was ist denn das? Abo kenn ich ja noch, aber gibt´s...
capra ibex - 20. Nov, 19:20
Sehr süße...
Sehr süße Bilder. Genau darum liebe ich...
alex_blue - 20. Nov, 14:38
Als ich eben
bei den aktualisierten Abos bei Dir nur den Titel "Die...
libris - 19. Nov, 21:00
Natürlich darfst...
Leider gelten Tiere vor dem Gesetz immer noch als...
capra ibex - 19. Nov, 18:52
darf ich als kommentar...
...zu deinen anfangszeilen im beitrag, ein paar worte...
Elisabetta1 - 19. Nov, 18:35
"da es doch um ein Vielfaches...
"da es doch um ein Vielfaches einfacher ist, nicht...
capra ibex - 18. Nov, 23:15
Päpstin
Mir ist das ja völlig schnuppe, ob es eine Päpstin...
Treibgut - 17. Nov, 23:20
streitbar *g*
nein, eher das Gegenteil. Vorallem würde in diesem...
capra ibex - 17. Nov, 20:58
grüß dich,
schön das du bei mir vorbeischaust. Ich tu´s...
capra ibex - 17. Nov, 20:20
BRAVO!
Gudrun, die geheimnisvolle....... nein die streitbare!!!...
Elisabetta1 - 17. Nov, 00:37

Bücher, Bücher, Bücher


Nicholas Evans, Robin Seals
Im Kreis des Wolfs.


Paulo Coelho, Maralde Meyer-Minnemann, Maralde Meyer- Minnemann
Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt. Neue Geschichten und Gedanken 1998-2005

und alles andere von Paulo Coelho



Udo Pollmer, Gunter Frank, Susanne Warmuth
Lexikon der Fitneß-Irrtümer



Jose Saramago
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